Aschug Alesker

(1821 - 1926)

Nochdichtung: Sepp Österreicher

Den Elenden verurteilt nicht der Weise.

0, hütet, Menschen, euch vor Liebesfeuer!

Die Liebesglut entzündet Stein und Eisen,

denn Liebe brennt noch schrecklicher als Feuer.

Wer seinen Schatz will freien im Geheimen,

muss, ihn zu treffen, schreien im Geheimen.

Der Brand wird Funken streuen im Geheimen,

versengt die Wimpern mit geheimem Feuer.

Die Treulose lebt lange nicht auf Erden.

Ihr langes Leben bringt uns nur Beschwerden.

Denn Liebhaber und Gatte - beide werden

umsonst verbrennen in der Füchsin Feuer.

Du hast mir's angetan, du Unnahbare.

Unschlüssig steh ich an der Schwelle, harre,

das Antlitz schweißbedeckt bis an die Haare,

und zittre wie ein gelbes Blatt im Feuer.

„Ist, Grauhaariger, dein Verstand verschwunden?"

fragt Alesker sich selber unumwunden

und glaubt dabei noch immer an ein Wunder,

bereit vom Wunder zu vergehn im Feuer.