Nässimi

(1369 - 1417)

Der Mensch ist Gott

Nachdichtung: Martin Remane

Mensch, vergiss nicht, dass du der Herr beider Welten bist,

der seiner Gottheit zur Ehre vom Schöpfer herabgesandt ist.

Dein Antlitz, das ist der Morgen, dein schwarzes Haar ist die Nacht,

Mohammed hat die Ajaten1 zu deiner Lobpreisung erdacht.

Für dich hat Gott die „Ta-cha"2 und die „Ja-sin"3 verfasst,

sieh, wie vor deiner Schönheit des Mondes Glanz selbst verblasst!

Löste sich Gott von dir, tat er's aus Liebe allein,

als er dich wie ein Boot ins Meer des Seins warf hinein.

Ich trank von dem heiligen Wein, der der „Göttliche" wird genannt,

Gott bin ich!, das ist der Glaube, zu dem ich mich stets hab bekannt.

Unsterblich bin ich geworden, mag vergänglich mein

Leib auch sein, seitdem ich im Nichtsein getrunken der Ewigkeit klaren Wein.

Gott bot von diesem Wein Nässimi einen Schluck nur an,

wodurch Nässimi auf Erden erst wahrhaft zu leben begann.

1            Verse einer Sure

2            20. Sure

3            32. Sure